Restaurant Khao in Bangkok

Sterneküche in der thailändischen Hauptstadt

Restaurant Khao in Bangkok

Von der laotischen Hauptstadt Vientiane aus sind Thomas und ich zurück nach Bangkok geflogen. Dort warem wir dann am letzten Abend unserer gemeinsamen Reise nochmal mit Jessica verabredet, einer in Thailand lebenden Freundin von Thomas, die er aus seiner Zeit in China kennt.

Sie hatte das Restaurant Khao in einer Seitengasse der Ekkamai Road vorgeschlagen und dort einen Tisch für vier Personen reserviert, da sie noch von ihrem Sohn begleitet wurde. Das Restaurant hatte einige Tage zuvor seinen Michelin Stern im dritten Jahr in Folge bestätigt bekommen, von daher war ich verwundert, dass wir einen Platz bekommen haben und sehr neugierig, da ich vorher noch keine thailändische Sterneküche kennenlernen durfte.

Thomas und ich sind, um dort hinzugelangen, mit dem BTS Skytrain bis zur Ekkamai Station gefahren, die ich schon von meinem Besuch bei Phed Mark kannte, und von dort aus die etwa zwanzig Minuten bis zum Restaurant gelaufen. Leider hat es unterwegs angefangen, heftig zu regnen. Da es uns nicht gelang ein Taxi anzuhalten, mussten wir trotzdem weiter laufen.

Trotz der Regenponchos, mit denen Thomas nun am Ende der gemeinsamen Reise noch aufwarten konnten, kamen wir Pitchnass am Restaurant an. Das schick gekleidete, freundliche Personal gewährte aber auch zwei gelb gewandeten, vor Nässe triefenden Gäste Einlass und half uns unsere nassen Sachen aufzuhängen.

Das Restaurant Khao ist in einem schicken hölzernen Gebäude mit großen Fensterfronten untergebracht. Die Fenster waren dank des Wetters und der drin auf Hochtouren laufenden Klimaanlage allerdings komplett beschlagen.

Der großzügige, helle Innenraum ist in zwei Bereiche unterteilt, es gibt zum einen das normale Restaurant, wo die Gäste à la carte bestellen und dann noch einen exklusiveren Bereich, den sogenannten “Chef’s Table”, in dem der Chefkoch Vichit Mukura Menüs anbietet. Die beiden Bereiche sind mit Glastüren voneinander getrennt.

Wir wurden zu einem Tisch im gewöhnlichen Teil des Restaurants geführt, wo Jessica und ihr Sohn schon auf uns warteten und die umfangreiche Speisekarte studierten. Auch wir bekamen sofort zwei Speisekarten gereicht. Nach kurzem Studium einigten wir uns darauf, einige Vorspeisen sowie Hauptgerichte zu bestellen und diese dann zu teilen. Das europäische Menüfolgen-Korsett wird wohl auch thailändischen Sternerestaurant auferlegt.

Wir bestellen an Vorspeisen einen “Yam Mamuang Gub Plaa Salid Thod Grob”, also einen Mangosalat mit frittiertem Gourami Fisch, einen “Namtok Hed” mit verschieden Pilzen und einen “Lon Naem” mit frischem Gemüse. Auf letztern war ich besonders gespannt, da ich dieses Gericht bisher noch nicht gekostet hatte.

Als Hauptgerichte wählten wir ein grünes Curry mit australischem Rindfleisch, ein Massman Curry mit einer ganzen Lammhaxe und dann noch “Makeua Yao Pad Moo Sap Plaa Kem Hom”, gebratene Auberginen mit Hackfleisch und Salzfisch. Außerdem konnte ich es mir nicht verkneifen, eine Portion Pad Kra Pao Moo zu bestellen.

Die Vorspeisen wurden dann auch bald serviert. Die beiden Salate sahen nicht nur toll aus, sondern waren auch wirklich sehr lecker. Mein Highlight war aber definitiv der Lon Naem, der eindrucksvoll auf einer Etagere serviert wurde. Auf den unteren Etagen gab es eine bunte Auswahl an rohem Gemüse und oben thronte eine Schüssel Lon zum Dippen. Auch hier passte der tolle Geschmack zur Aufmachung, auch wenn der Lon selbst wenig fotogen war.

Auf die Hauptgerichte mussten wir dann eine ganze Weile warten, in der wir noch eine Runde der alkoholfreien bunten Cocktails bestellten. Als die Hauptspeisen dann serviert wurden, fiel natürlich erstmal das Massaman Curry mit der riesigen Lammhaxe auf, die anderen Gerichte machten dagegen nicht so viel her und sahen eher gewöhnlich aus.

Auch geschmacklich konnten die Hauptgerichte nicht an die leckeren Vorpeisen anknüpfen. Die Curries waren einen ganzen ticken zu süß für meinen Geschmack und ansonsten recht langweilig. Das Pad Kra Pao war einfach nur traurig und viel zu trocken. Einziger Lichtblick waren die grünen Auberginen mit Hackfleisch, die wirklich sehr gut waren.

Vielleicht sollte man in einem thailändischen Sternerestaurant auch keine Curries und Streetfood Klassiker ordern, sondern sich an die ungewöhnlicheren Gerichte halten. Eventuell spürt man auch erst beim “Chef’s Table” einen wirklichen Unterschied zur gewöhnlichen Küche. Mein Fazit ist also auch bei diesem zweiten durchwachsenen Ausflug in die Sterneküche im Jahr 2022: Es ist leider nicht alles Gold was glänzt.

Khao Ekkamai
Ekkamai Road Soi 10 15
10110 Khlongtun Nua, Bangkok
Thailand
Cocktail als Aperitif
Cocktail als Aperitif
Yam Mamuang Gab Plaa Salid Thod
Yam Mamuang Gab Plaa Salid Thod
Namtok Hed
Namtok Hed
Salate und Grünzeug
Salate und Grünzeug
Etagere mit Lon
Etagere mit Lon
Lon Naem
Lon Naem
Rohes Gemüse
Rohes Gemüse
Gaeng Massaman Gae
Gaeng Massaman Gae
Gaeng Kiaw Wan Moo
Gaeng Kiaw Wan Moo

Makeua Yao Pad Moo Sap Plaa Kem Hom
Makeua Yao Pad Moo Sap Plaa Kem Hom
Pad Kra Pao
Pad Kra Pao

Fensterfront
Fensterfront